Lasius emarginatus fällt sofort ins Auge. Ihre zweifarbige rot-orange und schwarze Färbung unterscheidet sie von ihren Cousinen und macht sie zu einer optisch sehr ansprechenden Art. Sie wird als Anfängerart eingestuft, was gerechtfertigt ist, aber es wäre falsch, sie als eine einfache farbige Variante von Lasius niger darzustellen. Sie hat ihre eigenen Besonderheiten, ihre eigenen Anforderungen und einige Punkte, die etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern.
Was sie wirklich von Lasius niger unterscheidet
Der Vergleich mit Lasius niger ist unvermeidlich, da es sich um zwei Arten derselben Gattung handelt, die beide für Anfänger geeignet sind. Aber die Ähnlichkeiten enden hier. Lasius emarginatus ist eine wärmeliebendere Art, die höhere Temperaturen schätzt und stärker auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagiert.
Ihr Verhalten ist ebenfalls anders. In der Natur findet man sie oft in felsigen Gebieten, unter sonnenexponierten Steinen oder in Mauerritzen. Sie ist nervöser als Lasius niger, reagiert stärker auf Störungen, und ihre Arbeiterinnen erkunden intensiver. Es ist keine schwierige Art, aber sie toleriert weniger Anfängerfehler als ihre schwarze Cousine.
Zuchtparameter
| Parameter | Empfohlener Wert |
|---|---|
| Aktive Temperatur | 24°C bis 28°C. Eine wärmeliebende Art, die Wärme schätzt. Eine Wärmezufuhr ist oft vorteilhaft. |
| Nestfeuchtigkeit | Niedrig bis mittel. Übermäßige Feuchtigkeit unbedingt vermeiden. Eine trockene Gradientseite des Nestes bevorzugen, nur im Wattebereich feucht. |
| Diapause | Obligatorisch, von November bis März. Temperatur zwischen 8°C und 12°C. |
| Empfohlene Röhrchengröße | 15 x 150 mm für die Gründung und junge Kolonien. |
| Entwicklungsgeschwindigkeit | Mäßig. Vergleichbar mit Lasius niger unter guten thermischen Bedingungen. |
Fütterung
Lasius emarginatus ist omnivor und trophobiont. In der Natur züchtet sie Wurzelläuse, um deren Honigtau zu ernten, ein Verhalten ähnlich dem von Lasius flavus. In der Zucht bleiben Zucker die Grundlage ihrer täglichen Ernährung.
Für Zucker: Zuckergelee, stark verdünntes Honigwasser oder Sirup. Dies ist ihre Hauptenergiequelle, zu der sie regelmäßig zurückkehrt. Für Proteine: kleine Insekten wie Drosophila oder fein geschnittene Grillen. Der Proteinbedarf ist mäßig, aber regelmäßig, insbesondere während der aktiven Wachstumsphase der Kolonie.
Einrichtung und Nest
Das Reagenzglas eignet sich hervorragend für die Gründung. Lasius emarginatus nistet sich problemlos ein, und die Königin gründet in Klaustration wie Lasius niger. Der Unterschied liegt beim Übergang zum Nest: Diese Art schätzt Nester mit einem deutlich trockeneren Bereich als man sie Lasius niger oder Lasius flavus anbieten würde.
Warten Sie beim Öffnen des Auslaufbereichs, bis die Kolonie ausreichend etabliert ist. Lasius emarginatus ist ein effizienter Kletterer, und ihre Arbeiterinnen erkunden schnell den gesamten verfügbaren Raum. Ein gut angebrachtes Ausbruchschutzmittel ist vom ersten Tag der Öffnung an unerlässlich.
Tipps für den Erfolg
- ✔ Halten Sie während der aktiven Phase eine Temperatur um 26°C. Lasius emarginatus ist wärmeliebend, und ihre Entwicklung ist unter 22°C deutlich langsamer.
- ✔ Halten Sie den Nestbereich relativ trocken. Im Gegensatz zu Lasius flavus schätzt sie keine sehr feuchten Umgebungen. Die Watte im Reagenzglas sollte feucht sein, aber ohne Überschuss.
- ✔ Minimieren Sie Manipulationen. Diese Art ist nervöser als Lasius niger, und jede Störung hat einen stärkeren Einfluss auf das Verhalten der Kolonie.
- ✔ Bringen Sie den Ausbruchschutz sofort nach dem Öffnen des Reagenzglases an. Die Arbeiterinnen von Lasius emarginatus erkunden aktiv und finden schnell unbehandelte Bereiche.
- ✔ Beachten Sie die Diapause. Wie alle europäischen Lasius-Arten benötigt diese Art ihre Winterruhe, um langfristig eine gute Vitalität zu erhalten.
❓ Häufig gestellte Fragen
Ihre Zweifarbigkeit ist charakteristisch: Der Thorax ist rot-orange bis rötlich-braun, während Kopf und Abdomen schwarz sind. Sie ist die einzige gewöhnliche europäische Lasius mit dieser zweifarbigen Färbung, was sie leicht identifizierbar macht.
Nicht schwierig im engeren Sinne, aber an einigen spezifischen Punkten anspruchsvoller: Temperatur, Feuchtigkeitsmanagement und Empfindlichkeit gegenüber Störungen. Jemand, der Lasius niger bereits einige Monate lang gezüchtet hat, wird keine Schwierigkeiten haben, zu Lasius emarginatus zu wechseln.
Im Allgemeinen 4 bis 8 Wochen bei 26°C unter guten Bedingungen. Die Entwicklung ist vergleichbar mit Lasius niger, wenn die Temperatur ausreichend ist. Unter 22°C kann die Gründung erheblich länger dauern.
Die Hochzeitsflüge finden zwischen Juli und September statt. Diese Art findet man hauptsächlich in felsigen Gebieten, Steinmauern und sonnigen Gärten. Die Gynen sind kurz nach ihrem Flug am Boden fangbar. Man kann sie auch bei seriösen Züchtern kaufen.
🔬 Wussten Sie schon?
Der Name "emarginatus" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "ausgerandet". Er bezieht sich auf ein morphologisches Merkmal der Art, das unter dem Mikroskop sichtbar ist: eine leichte Einbuchtung am hinteren Rand des Kopfes. Dieses anatomische Detail ermöglichte es den Myrmekologen, sie von ihren Cousinen zu unterscheiden und ihr ihren wissenschaftlichen Namen zu geben.