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Diapause: Warum und wie man sie vorwegnimmt

Die Diapause: Warum und wie man sie voraussieht

Die Winterruhe, ein oft missverstandener Schlüsselschritt

Die Diapause ist der Schritt, der Anfänger am meisten überrascht. Man hat Wochen damit verbracht, die Kolonie aktiv zu sehen, zu erkunden, sich zu entwickeln – und plötzlich verlangsamt sich alles. Die Arbeiterinnen kommen weniger heraus, die Königin legt weniger Eier, die allgemeine Aktivität scheint zum Stillstand gekommen zu sein.

Das ist völlig normal. Und für die meisten europäischen Arten sogar unerlässlich.

Was die Diapause wirklich ist

Die Diapause ist eine natürliche biologische Ruhephase, vergleichbar mit einem leichten Winterschlaf. In der Natur haben sich Ameisen in gemäßigten Regionen so entwickelt, dass sie ihre Aktivität im Winter verlangsamen: Die Ressourcen werden knapper, die Temperaturen sinken, und eine weitere volle Funktion würde mehr Energie kosten, als vorhanden ist.

In der Haltung ist diese Phase genauso notwendig. Eine Königin, die das ganze Jahr über ständig aktiv gehalten wird, erschöpft sich vorzeitig. Die Einhaltung dieses Zyklus ist keine Einschränkung, sondern eine Voraussetzung für eine langfristig gesunde Kolonie.

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Welche Arten sind betroffen? Alle gängigen europäischen Arten benötigen eine Diapause: Lasius niger, Crematogaster scutellaris, Messor barbarus, Camponotus... Tropische Arten oder solche aus warmen Klimazonen benötigen in der Regel keine und bleiben das ganze Jahr über aktiv.

Temperaturen je nach Art

Die Diapause-Temperatur variiert je nach Art leicht. Hier sind die Richtwerte für die gängigsten Arten:

Lasius niger
5°C bis 10°C

Lange Diapause, von etwa November bis März. Verträgt Kälte gut. Keller oder spezieller Kühlschrank.

Crematogaster scutellaris
10°C bis 15°C

Mittelmeerart, verträgt starke Kälte weniger. Lieber einen kühlen Keller als einen Kühlschrank.

Messor barbarus
10°C bis 15°C

Gleiche Logik wie Crematogaster. Die Feuchtigkeit der gelagerten Samen während dieser Zeit überwachen.

Camponotus sp.
5°C bis 12°C

Variabel je nach Art. Junge Königinnen können im ersten Jahr eine kürzere Diapause haben.

Wie man die Diapause in der Praxis handhabt

Die wichtigste Regel ist einfach: Niemals einen abrupten Übergang machen. Weder beim Eintritt noch beim Austritt.

1

Oktober: Fütterung schrittweise reduzieren

Verlängern Sie die Fütterungsintervalle und reduzieren Sie die Mengen. Die Kolonie wird ihre Anforderungen auf natürliche Weise drosseln.

2

November: Temperatur schrittweise senken

Stellen Sie die Kolonie an einen kühleren Ort und senken Sie die Temperatur über ein bis zwei Wochen. Vermeiden Sie den direkten Übergang vom Wohnzimmer in den Kühlschrank.

3

November bis März: Die Diapause

Stabile Temperatur, Dunkelheit, Ruhe. Überprüfen Sie alle zwei Wochen die Feuchtigkeit des Reagenzglases oder Nestes. Keine Fütterung nötig – entfernen Sie sogar noch vorhandenes Futter.

4

März: Temperatur schrittweise erhöhen

Bringen Sie die Kolonie über ein bis zwei Wochen wieder auf Raumtemperatur. Bieten Sie eine kleine Quelle süßer Flüssigkeit an und warten Sie auf die ersten Anzeichen von Aktivität.

Anzeichen für ein gutes Ende der Diapause

Die ersten Wochen nach dem Ende der Diapause sind wichtig zu beobachten. Folgendes deutet darauf hin, dass die Kolonie sich gut erholt:

  • Die Arbeiterinnen beginnen wieder, die Jagdfläche zu erkunden
  • Das angebotene Futter wird schrittweise verzehrt
  • Neue Eier erscheinen in den Wochen nach dem Ende der Diapause
  • Die allgemeine Aktivität nimmt Woche für Woche zu
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Der Austritt aus der Diapause ist oft die beste Zeit. Nach mehreren Monaten Ruhe beginnt die Königin in der Regel wieder sehr aktiv zu legen. Kolonien, die gut überwintert haben, erleben im Frühling oft ein beschleunigtes Wachstum. Das ist die Belohnung für die Geduld.
⚠️
Die zwei häufigsten Fehler Der erste ist, überhaupt keine Diapause durchzuführen, in der Annahme, die Kolonie käme auch ohne aus. Der zweite ist ein zu abrupter Übergang – schlagartig von warm nach kalt oder ein zu schneller Austritt. In beiden Fällen leidet die Kolonie langfristig, auch wenn die Auswirkungen nicht sofort sichtbar sind.
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